Sollte Gott mich wirklich gewollt haben? Also wirklich, so wie ich bin – mit meinen Stärken und auch mit meinen Schwächen?
Diese Frage berührt mich jetzt schon eine Zeit lang, seitdem wir mit unserem Kinderchor KlingKids das Adonia-Musical: „Die Schöpfung – wunderbar gemacht?!“ proben. Denn Schöpfung ist nie nur etwas Abstraktes. Klar geht es auch um typische Umweltthemen. Doch zur „Umwelt“ von anderen gehöre eben auch ich. Und noch wichtiger: Zu der von Gott geschaffenen „Umwelt“ gehöre ich auch, ich gehöre in sie hinein.
An einer Stelle des Musicals spricht der schlaue Fuchs zur Taube und staunt über den Garten Eden: „Das alles hier, das muss sich doch irgendjemand ausgedacht und erschaffen haben. Und das war Gott!“ Und die Taube begreift: „Also hat Gott mich erschaffen. Das finde ich schön. Ich bin nicht einfach nur da, sondern Gott wollte mich haben.“ Nach den ersten Proben sagte ich zu der achtjährigen Taubenspielerin: „Hör mal: Diesen Satz musst du richtig gut betonen! Das ist einer der stärksten Sätze im ganzen Musical.“
Später knüpft auch einer der Hauptcharaktere an dieser Grundfrage an: Der Teenager Leon fällt vorher vor allem als Klassenclown und durch übertrieben coole Sprüche auf. Alles Fassade: Er drängt sich in den Mittelpunkt, um auf keinen Fall übersehen zu werden. Er weiß nichts über Gott und so weiß er auch nicht, dass Gott niemanden übersieht. Im Gespräch mit seinen Freunden hat er plötzlich eine tiefgehende Erkenntnis: „Wäre doch krass, wenn ich nicht einfach nur da bin, sondern gewollt und erschaffen bin. (staunend) Von Gott.“
Es ist krass! Ich bin von Gott gemeint! Du bist von Gott gemeint! Sogar dein _______ (setze hier eine oder mehrere Personen ein, die dich nerven, vor denen du dich fürchtest oder denen du noch nicht vergeben konntest) ist von Gott gemeint. Kannst du das glauben?
Sicher, das darf keine Ausrede sein für schlechtes Verhalten. Wenn das Gewissen zu uns spricht, sollten wir genau hinhören. Gleichzeitig sollten wir niemals zu sehr auf all das Negative fokussiert leben. Weder bei uns und schon gar nicht bei anderen. Das hat Jesus auch nicht getan – im Gegenteil: Er hat es für einen Moment hintenangestellt, um die positiven Aspekte der Menschen zum Vorschein zu bringen.
So konnte er mit den oft verachteten „Sündern“ und „Zöllnern“ Feste feiern und sie in die göttliche Gemeinschaft aufnehmen. Und so geht es auch für uns nicht darum, ob wir gut genug sind. Es geht darum, dass wir von
Gott geliebt und gewollt sind. Auf dieser Grundlage können und sollen wir unser Leben gestalten. Und versuchen, das Beste daraus zu machen
Patrick Richter
Pastor der EFG Klinga





