Selig die Trauernden, sie werden getröstet werden
Matthäus 5, 4 (E)
– so sagt Jesus in der Bergpredigt.
Als ich diesen Vers vor kurzem gelesen und darüber nachgedacht habe, wurde ein Gedanke in mir immer lauter: „Ich will nicht irgendwann getröstet werden, ich will, dass Gott die Situation ändert – und zwar möglichst sofort.“ Nicht den Trost will ich in erster Linie, sondern veränderte Umstände, leidfreie Umstände, ein erfülltes Leben, das keinen Anlass zur Trauer gibt.
Dementsprechend ertappe ich mich beim Beten auch immer wieder, wie ich für Änderung von Situationen und für Äußerlichkeiten bete. In dem Sinne ist dann das Gebet erfolgreich, wenn sich etwas ganz konkret geändert hat.
Doch hier verheißt Jesus nun mal nicht die Änderung der Situation - das Wegnehmen des Umstandes, der Grund zur Trauer gibt, sondern Jesus verheißt himmlischen Trost. Und wie wir wissen verändert Trost den Grund des Schmerzes nicht. Aber er hilft den Schmerz auszuhalten. Ein Kind, das hinfällt und sich das Knie blutig schlägt, das vermag im Arm seiner Mutter den Schmerz besser auszuhalten als ein Kind, das nach dem Sturz auf sich allein gestellt ist. Die Wunde ist und bleibt die Gleiche, doch der Schmerz lässt sich dank Trost besser aushalten und wird schneller vergessen.
Aus dieser Perspektive betrachtet ist der Trost eben kein „billiger Trost“, sondern Zuspruch und aktives Handeln Gottes. Ein Handeln, das nicht geringgeachtet werden darf.
Mir hilft es zu wissen, dass Gott ein Gott des Trosts ist (2. Korinther 1,3) im Angesicht meiner Not und meines Schmerzes. Mir tut sein Trost enorm gut, wenn ich verzweifelt bin. Denn wenn Gott tröstet, „vertröstet“ er eben nicht, sondern kommt mir ganz nahe und richtet meinen Blick weg von der Not, weg vom Schmerz, hin zu sich selbst, wo ich Heilung erfahren kann.
So kann Jesus die Trauernden beglücken, denn sie werden Gottes Trost und damit seine Zuneigung und Aufmerksamkeit erfahren. Und der Tag wird kommen, wo er endgültig alle Tränen abwischen wird (Offenbarung 21, 4). Ab dann wird es keine Umstände mehr geben, die Anlass zur Trauer geben. Bis es aber soweit ist, darf sich der Trauernde Gottes Trost und Zuwendung gewiss sein.






